Kliniken & Fachabteilungen
Eine erhebliche Gewichtsabnahme ist eine große persönliche und gesundheitliche Leistung. Sie kann nach einer bariatrischen Operation, einer medikamentösen Behandlung oder durch eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils erreicht werden. Für viele Patientinnen und Patienten beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt. Häufig kann sich die über Jahre gedehnte Haut jedoch trotz Sport, Muskelaufbau, ausgewogener Ernährung und stabilem Gewicht nicht mehr ausreichend an das verringerte Körpervolumen anpassen. Zurück bleiben teils ausgeprägte Haut- und Weichteilüberschüsse an Bauch, Brust, Rücken, Flanken, Oberarmen, Oberschenkeln oder Gesäß.
Diese Veränderungen sind nicht nur eine Frage der äußeren Form. Überschüssige Haut kann zu Reibung, wiederkehrenden Entzündungen, Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit führen. Tiefe Hautfalten können die Körperpflege erschweren und hygienische Probleme verursachen. Viele Betroffene empfinden es als enttäuschend, dass der große Erfolg ihrer Gewichtsabnahme durch die verbliebenen Gewebeüberschüsse äußerlich noch nicht vollständig sichtbar und im Alltag weiterhin mit Beschwerden verbunden ist.
Die postbariatrische Wiederherstellungschirurgie kann hier den entscheidenden nächsten Schritt darstellen. Ziel ist es, überschüssige Haut- und Weichteilanteile zu entfernen und den Hautmantel an die neue Körperform anzupassen. Dadurch können funktionelle Beschwerden reduziert, Beweglichkeit und Körperpflege erleichtert und harmonische, langfristig stabile Körperproportionen wiederhergestellt werden. Die ästhetische Körperformung ist dabei eng mit der funktionellen Rekonstruktion verbunden.
Durch unsere enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren für Adipositaschirurgie verfügen wir über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Patientinnen und Patienten nach ausgeprägtem Gewichtsverlust. Wir kennen die besonderen medizinischen Voraussetzungen nach bariatrischen Eingriffen ebenso wie die häufig komplexen Veränderungen an mehreren Körperregionen. Auf dieser Grundlage können wir ein sicheres, gut abgestimmtes und langfristig ausgerichtetes Behandlungskonzept entwickeln.
Welche Eingriffe infrage kommen, richtet sich nach den individuell betroffenen Körperregionen. Am Bauch können eine Abdominoplastik, eine Fettschürzenresektion oder bei zirkulärem Gewebeüberschuss ein Lower Body Lift sinnvoll sein. Weitere Möglichkeiten sind Straffungen der Oberarme und Oberschenkel, Korrekturen an Rücken, Flanken und Gesäß sowie die Anhebung der Schamregion. Nach einer starken Gewichtsabnahme können zudem die weibliche Brust gestrafft und neu geformt oder die männliche Brustkontur wiederhergestellt werden.
Sind mehrere Körperregionen betroffen, entwickeln wir gemeinsam einen individuellen, mehrstufigen Behandlungsplan. Dabei legen wir fest, welche Region zuerst behandelt werden sollte, welche Eingriffe sicher miteinander kombiniert werden können und welche Reihenfolge funktionell und ästhetisch die besten Voraussetzungen bietet. Unser Ziel ist nicht die größtmögliche Gewebeentfernung in einem einzelnen Eingriff, sondern ein ausgewogenes Gesamtergebnis mit harmonischen Übergängen zwischen den behandelten Körperregionen.
Gute Voraussetzungen für eine körperformende Operation sind ein über mindestens sechs Monate stabiles Gewicht, ein ausgeglichener Ernährungszustand und Nikotinkarenz. Insbesondere nach einer bariatrischen Operation achten wir auf mögliche Eiweiß-, Vitamin- oder Spurenelementmängel, da diese die Wundheilung beeinflussen können. Vor der Operation werden die individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen daher sorgfältig geprüft.
Straffungsoperationen gehen unvermeidbar mit längeren Narben einher. Die Schnittführung wird bereits vor der Operation präzise geplant und möglichst so positioniert, dass die Narben später in Unterwäsche oder Badebekleidung verborgen werden können. Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Entfernung des störenden Gewebeüberschusses, einer harmonischen neuen Körperkontur und einem möglichst günstigen Narbenverlauf.
Die Eingriffe erfolgen in der Regel stationär in Vollnarkose. Nach der Operation unterstützen eine frühzeitige Mobilisation, geeignete Kompressionskleidung und regelmäßige Nachkontrollen die Heilung und Anpassung des neu geformten Haut-Weichteil-Mantels. Das endgültige Ergebnis entwickelt sich schrittweise über mehrere Monate.
Bei medizinisch relevanten Beschwerden wie wiederkehrenden Hautentzündungen, Schmerzen, hygienischen Problemen oder funktionellen Einschränkungen kann eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse beantragt werden. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit den entsprechenden Antragsverfahren können wir die medizinischen Voraussetzungen gezielt prüfen und nachvollziehbar dokumentieren. Bei einem klaren funktionellen Befund gelingt es dadurch häufig, eine Kostenübernahme zu erreichen. Wir erstellen hierfür ein ausführliches ärztliches Attest mit medizinischer Fotodokumentation und den für die Krankenkasse relevanten Befunden. Die abschließende Entscheidung liegt bei der jeweiligen Versicherung.
Für viele Patientinnen und Patienten bildet die Wiederherstellungschirurgie den Abschluss eines langen und anspruchsvollen Behandlungsweges. Unser Ziel ist ein langfristig stabiles Behandlungsergebnis, das funktionelle Entlastung, medizinische Sicherheit und eine harmonische Körperform miteinander verbindet.