Rekonstruktive Chirurgie der Extremitäten

Unsere Hände, Arme und Beine sind für nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens von zentraler Bedeutung. Erkrankungen, Verletzungen oder größere Gewebedefekte können deshalb nicht nur Schmerzen verursachen, sondern auch Beweglichkeit, Kraft, Sensibilität und Selbstständigkeit erheblich einschränken. 

Die rekonstruktive Chirurgie der Extremitäten umfasst sowohl die Behandlung häufiger Erkrankungen der Hand als auch die Wiederherstellung komplexer Defekte nach Verletzungen, Tumoroperationen, Infektionen oder chronischen Wunden. Ziel ist stets eine stabile und belastbare Rekonstruktion mit bestmöglichem Erhalt beziehungsweise Wiedergewinn der Funktion. 

Rekonstruktive Chirurgie der Hand 

Die Hand besteht aus einem komplexen Zusammenspiel von Nerven, Sehnen, Gelenken und Weichteilen. Bereits kleinere Veränderungen können Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Einschränkungen der Feinmotorik verursachen. Nach einer sorgfältigen Untersuchung entwickeln wir ein individuell auf die Beschwerden und den Befund abgestimmtes Behandlungskonzept. 

Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Mittelnerv im Bereich des Handgelenks eingeengt. Typische Beschwerden sind nächtliches Einschlafen der Hand, Kribbeln, Schmerzen und bei fortgeschrittener Erkrankung eine Abnahme der Kraft. Durch die operative Entlastung des Nervs kann weiterer Druck vermieden und eine Erholung der Nervenfunktion ermöglicht werden. 

Bei der Dupuytren-Erkrankung kommt es zu einer zunehmenden Verdickung und Verkürzung des Bindegewebes in der Handfläche. Dadurch können einzelne Finger immer weniger gestreckt werden. Ziel der Operation ist es, die störenden Gewebestränge zu entfernen und die Beweglichkeit der betroffenen Finger möglichst weit wiederherzustellen. 

Auch Ganglien, sogenannte Überbeine, können an Hand und Handgelenk Schmerzen, Druckgefühl oder Bewegungseinschränkungen verursachen. Bei entsprechenden Beschwerden kann eine operative Entfernung sinnvoll sein. Darüber hinaus behandeln wir unter anderem schnellende Finger, kleinere gutartige Weichteilveränderungen und störende Narben im Bereich der Hand. 

Defektdeckung und funktionelle Rekonstruktion 

Nach schweren Verletzungen, Tumorentfernungen, Infektionen oder chronischen Wundheilungsstörungen können größere Defekte an Armen oder Beinen entstehen. Dabei können neben der Haut auch Muskeln, Sehnen, Nerven, Knochen oder Gelenke betroffen oder freigelegt sein. In diesen Situationen reicht ein einfacher Wundverschluss häufig nicht aus. 

Unser Ziel ist nicht allein die Schließung der Wunde, sondern die funktionelle Wiederherstellung der betroffenen Extremität. Belastbare Hautverhältnisse, eine gute Weichteildeckung sowie die Beweglichkeit von Gelenken und das freie Gleiten von Sehnen müssen bereits bei der Operationsplanung berücksichtigt werden. 

Hierfür bieten wir das gesamte Spektrum der plastisch-rekonstruktiven Defektdeckung an. Abhängig von Größe, Tiefe und Lage des Defektes kommen Hauttransplantationen, lokale oder regionale Lappenplastiken sowie freie mikrochirurgische Gewebetransplantationen infrage. Bei komplexen Defekten kann gesundes, gut durchblutetes Gewebe aus einer anderen Körperregion übertragen und unter dem Operationsmikroskop an die Blutgefäße der betroffenen Extremität angeschlossen werden. 

Welche Rekonstruktionsmethode geeignet ist, wird individuell entschieden. Berücksichtigt werden neben dem Gewebedefekt auch bestehende Narben, Voroperationen, Durchblutung, Sensibilität und die funktionellen Anforderungen der jeweiligen Körperregion. Bei Bedarf erfolgt die Planung gemeinsam mit den weiteren beteiligten Fachdisziplinen. 

Nach der Operation sind eine sorgfältige Nachbehandlung und gezielte physiotherapeutische beziehungsweise handtherapeutische Übungen entscheidend. Sie unterstützen die Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und alltagstauglicher Funktion. 

Unser Ziel ist ein langfristig stabiles Behandlungsergebnis, das eine sichere Defektdeckung mit bestmöglichem Funktionserhalt und einer möglichst harmonischen Wiederherstellung der betroffenen Extremität verbindet. 

Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde ausführlich zu den operativen Behandlungsmöglichkeiten und entwickeln gemeinsam ein individuell auf Ihren Befund abgestimmtes Behandlungskonzept. 
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