Rekonstruktive Chirurgie des Rumpfes

Stabilität, Schutz und Körperkontur wiederherstellen 

Die plastisch-rekonstruktive Chirurgie des Rumpfes stellt nach Erkrankungen, Operationen oder Verletzungen Form und Funktion wieder her. Defekte gehen dabei häufig weit über die Haut hinaus: Betroffen sind oft auch Faszien, Muskulatur oder tragende Strukturen. Ziel sind stabile Gewebeverhältnisse und eine harmonische Körperkontur. 

Unsere Behandlungsbereiche 

  • Rekonstruktion komplexer Bauchwanddefekte und ausgeprägter Rektusdiastasen 
  • Rekonstruktion von Thoraxwanddefekten und Thoraxwanddeformitäten 
  • Behandlung komplexer Wunden nach Sternotomie 
  • Rekonstruktion strahlenbedingter Gewebeschäden 
  • Rekonstruktion der Urogenital- und Perinealregion 
  • Sekundäre Rekonstruktion nach Verbrennungen, Verletzungen und Tumorresektionen 

Freie mikrochirurgische Lappenplastiken 

Gesundes Gewebe dorthin bringen, wo es fehlt 

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik liegt auf freien mikrochirurgischen Lappenplastiken. Dabei wird gesundes, gut durchblutetes Gewebe aus einer geeigneten Körperregion entnommen und unter dem Operationsmikroskop an neue Blutgefäße angeschlossen. So lassen sich auch ausgedehnte oder dreidimensionale Defekte zuverlässig rekonstruieren und freiliegende Strukturen sicher schützen. 

Besonders wertvoll ist dieses Verfahren, wenn das Gewebe vor Ort durch Verbrennungen, Bestrahlung, Infektionen oder mehrere vorausgegangene Operationen stark geschädigt ist. Je nach Defekt können Haut, Unterhautfettgewebe, Faszien oder funktionelle Muskulatur übertragen werden. Dadurch lässt sich die Rekonstruktion gezielt an die Anforderungen der jeweiligen Körperregion anpassen. 

Behandlung komplexer Wunden nach Sternotomie 

Belastbare Deckung im Bereich des Brustbeins 

Nach einer Sternotomie können tiefe Wundheilungsstörungen mit freiliegendem Brustbein oder Osteosynthesematerial entstehen. Solche Wunden heilen von selbst in der Regel nicht aus, weil der Knochen nicht ausreichend durchblutet gedeckt ist und die Wunde durch die Atembewegung fortlaufend belastet wird. 

Nach der Wundreinigung erfolgt deshalb die plastische Deckung mit gut durchblutetem Gewebe – meist durch Mobilisation der Brustmuskulatur, bei größeren Defekten durch regionale oder freie mikrochirurgische Lappenplastiken. Ziel ist eine stabile, dauerhaft belastbare Deckung, die die Wunde zur Abheilung bringt und den Brustkorb schützt. 

Rekonstruktion strahlenbedingter Gewebeschäden 

Gesundes Gewebe für eine stabile Heilung 

Bestrahltes Gewebe kann langfristig verhärten, schmerzhaft werden oder chronische Wunden entwickeln. Die Ursache liegt in einer dauerhaft verminderten Durchblutung: Das Gewebe verfügt nicht mehr über die Reserven, die für eine normale Heilung notwendig sind. Wundheilungsstörungen in bestrahlten Arealen bessern sich deshalb häufig auch unter konsequenter konservativer Behandlung nicht. 

Ist ein Areal dauerhaft instabil oder nicht heilend, kann das geschädigte Gewebe entfernt und durch gut durchblutetes Gewebe ersetzt werden. Dafür stehen lokale, regionale und freie mikrochirurgische Lappenplastiken zur Verfügung. Das eingebrachte Gewebe bringt eine eigene Blutversorgung mit und schafft damit die Voraussetzung für eine stabile Heilung. 

Sekundäre Rekonstruktion nach Verbrennungen, Verletzungen und Tumorresektionen 

Beweglichkeit, Belastbarkeit und Körperkontur verbessern 

Nach Verbrennungen, schweren Verletzungen oder ausgedehnten Tumoroperationen können verkürzte, schmerzhafte oder instabile Narben sowie größere Gewebedefekte zurückbleiben. Narbenzüge schränken die Beweglichkeit ein, verwachsen mit tieferen Strukturen oder brechen wiederholt auf. Fehlen zusätzlich Unterhautfettgewebe, Faszien oder Muskulatur, sind auch Belastbarkeit und Kontur der betroffenen Körperregion deutlich beeinträchtigt. 

Ziel der sekundären Rekonstruktion ist es, funktionelle Einschränkungen zu verbessern und stabile Gewebeverhältnisse wiederherzustellen. Das operative Spektrum reicht von gezielten Narbenkorrekturen und lokalen Gewebeverschiebungen über Hauttransplantationen bis zu regionalen und freien Lappenplastiken. Welche Methode geeignet ist, richtet sich nach Größe und Tiefe des Defekts, der Qualität des umgebenden Gewebes und dem individuellen funktionellen Ziel. 

Unser Ziel ist eine langfristig belastbare Deckung mit möglichst guter Beweglichkeit und einer harmonischen Wiederherstellung der Körperkontur. Bei ausgedehnten Veränderungen kann hierfür ein schrittweises Behandlungskonzept sinnvoll sein. 

Weiterführende Themen 

→  Rekonstruktion komplexer Bauchwanddefekte 

→  Thoraxwandrekonstruktion mit individuell gefertigtem 3D-Implantat 

→  Rekonstruktion der Urogenital- und Perinealregion 

Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde ausführlich zu den plastisch-rekonstruktiven Möglichkeiten und empfehlen Ihnen ein individuell auf Ihre Ausgangssituation und Ihre funktionellen Ziele abgestimmtes Behandlungskonzept. 

 

 

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