Risikoreduzierende Brustchirurgie bei genetischer Risikokonstellation

Eine nachgewiesene genetische Risikokonstellation bedeutet nicht, dass bereits Brustkrebs vorliegt. Sie kann jedoch mit einem deutlich erhöhten individuellen Erkrankungsrisiko verbunden sein. Nach ausführlicher genetischer und brustmedizinischer Beratung kann deshalb eine beidseitige risikoreduzierende Mastektomie in Betracht gezogen werden. Sie senkt das Erkrankungsrisiko sehr deutlich und ermöglicht eine vorausschauende Rekonstruktionsplanung ohne den Zeitdruck einer akuten Tumorerkrankung. 

Am ISAR Klinikum München bieten wir die risikoreduzierende Mastektomie und das gesamte Spektrum der modernen Brustrekonstruktion an. Dabei stehen sämtliche Verfahren zur Verfügung – von der implantatgestützten Rekonstruktion bis hin zur mikrochirurgischen Wiederherstellung der Brust mit körpereigenem Gewebe. Mastektomie und Rekonstruktion werden gemeinsam geplant und können in einer Operation durchgeführt werden. 

Eine risikoreduzierende Operation bedeutet weit mehr als die Entfernung des Brustdrüsengewebes. Neben der größtmöglichen Senkung des Erkrankungsrisikos sollen natürliche Brustform, Symmetrie und Körpergefühl bestmöglich erhalten werden. Der planbare beidseitige Eingriff bietet häufig sehr gute Voraussetzungen für ein ästhetisch überzeugendes Ergebnis: Schnittführung, Hautmantel, Brustvolumen und Proportionen können von Beginn an gemeinsam geplant werden. Als Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie verbinden wir dabei rekonstruktive Sicherheit mit ästhetischer Formgebung – sowohl bei implantatgestützten als auch bei autologen Verfahren. 

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik liegt auf der autologen Brustrekonstruktion mit freien mikrochirurgischen Lappenplastiken. Allein im Jahr 2025 wurden am ISAR Klinikum München mehr als 250 freie Lappenplastiken zur Brustrekonstruktion durchgeführt. Damit zählt unsere Klinik deutschlandweit zu den führenden Zentren für mikrochirurgische Brustrekonstruktion und verfügt auch bei beidseitigen oder komplexen Ausgangssituationen über eine außerordentlich hohe operative Erfahrung. 

Gleichzeitig bildet die ästhetische Brustchirurgie einen weiteren Schwerpunkt unserer Klinik. Diese Erfahrung fließt unmittelbar in die implantatgestützte Brustrekonstruktion ein. Implantatwahl, Positionierung, Weichteilstabilisierung und Formgebung werden präzise aufeinander abgestimmt. Gerade bei planbaren beidseitigen risikoreduzierenden Eingriffen bestehen dadurch häufig sehr gute Voraussetzungen für ein natürliches, symmetrisches und ästhetisch überzeugendes Ergebnis. 

Wir arbeiten eng mit spezialisierten Brustzentren und Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs zusammen. Dadurch werden genetische Risikobewertung, aktuelle Bildgebung, operative Risikoreduktion und plastisch-rekonstruktive Planung von Beginn an aufeinander abgestimmt. Für die Patientin entsteht ein durchgängiges Behandlungskonzept – von der ersten Beratung über die Operation bis zur Nachsorge. 

Unser Ziel ist ein langfristig tragfähiges Behandlungskonzept, das größtmögliche Risikoreduktion, Funktion und eine möglichst schöne natürliche Formgebung miteinander verbindet. Dabei berücksichtigen wir neben der genetischen Risikosituation und möglichen Vorbehandlungen auch die körperlichen Voraussetzungen, die Lebenssituation und die persönlichen Erwartungen der Patientin. 

Unsere Schwerpunkte 

  • Beidseitige risikoreduzierende Mastektomie 
  • Haut- und mamillenerhaltende Operationsverfahren 
  • Sofortrekonstruktion mit Implantat oder Eigengewebe 
  • Mikrochirurgische Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe 
  • Implantatgestützte Brustrekonstruktion 
  • Beidseitige Rekonstruktion mit besonderem Fokus auf Symmetrie 
  • Eigenfetttransfer zur ergänzenden Form- und Volumenkorrektur 
  • Mamillen-Areolen-Rekonstruktion und medizinische Tätowierung 
  • Sekundäre Korrekturen nach vorausgegangenen Operationen 

 

Risikoreduzierende Mastektomie 

Vorsorge und Brustrekonstruktion in einem gemeinsamen Behandlungskonzept 

Bei einer risikoreduzierenden Mastektomie wird das Brustdrüsengewebe entfernt, bevor eine Brustkrebserkrankung entstanden ist. Dadurch kann das individuelle Erkrankungsrisiko sehr deutlich gesenkt werden. Da einzelne Drüsenzellen verbleiben können, lässt sich ein geringes Restrisiko nicht vollständig ausschließen. Die Operation erfolgt in der Regel beidseitig und wird gemeinsam mit der anschließenden Brustrekonstruktion geplant. 

Bei der risikoreduzierenden Operation kann die Mastektomie in der Regel haut- und mamillenerhaltend durchgeführt werden. Das Drüsengewebe wird sorgfältig aus dem natürlichen Hautmantel entfernt, während Brusthaut und Mamillen-Areolen-Komplex erhalten bleiben. Dadurch bestehen besonders gute Voraussetzungen für eine natürliche Formgebung. Schnittführung, Hautmantel und spätere Brustform werden bereits bei der Planung auf das gewählte Rekonstruktionsverfahren abgestimmt. 

In der Regel können Mastektomie und Wiederaufbau simultan in einer Operation durchgeführt werden. Die Brust wird unmittelbar nach Entfernung des Drüsengewebes mit körpereigenem Gewebe, mit einem Implantat oder durch eine Kombination beider Verfahren wiederhergestellt. In ausgewählten Situationen kann zunächst ein Implantat als Platzhalter eingesetzt und später durch körpereigenes Gewebe ersetzt werden. Auch ein bewusster Verzicht auf den Wiederaufbau mit ästhetisch flacher Gestaltung der Brustwand (Aesthetic Flat Closure) ist grundsätzlich möglich. 

Welche Methode am besten geeignet ist, wird individuell entschieden. Berücksichtigt werden unter anderem Körperbau und Brustgröße, die Qualität der Haut und des Weichteilgewebes, vorhandene Gewebereserven, bestehende Narben, Begleiterkrankungen sowie die persönlichen Wünsche der Patientin. Bei Patientinnen, die bereits einseitig an Brustkrebs erkrankt waren oder auf einer Seite voroperiert beziehungsweise bestrahlt wurden, werden die unterschiedlichen Voraussetzungen beider Brustseiten besonders sorgfältig in die Planung einbezogen. 

Auf Grundlage der genetischen Risikosituation, der aktuellen Bildgebung und der körperlichen Voraussetzungen entwickeln wir für jede Patientin ein individuelles Behandlungskonzept. Nach sorgfältiger Untersuchung empfehlen wir das Verfahren, das aus unserer spezialisierten plastisch-rekonstruktiven Sicht die besten medizinischen, funktionellen und ästhetischen Voraussetzungen bietet. Die Patientin wird ausführlich über das empfohlene Vorgehen, mögliche Alternativen und den weiteren Behandlungsablauf informiert. 

 

Brustrekonstruktion mit Eigengewebe 

Gleiches mit Gleichem ersetzen – natürliche Form, Dynamik und Körpergefühl 

Das Grundprinzip jeder Rekonstruktion lautet „Replace like with like“ – Gleiches wird durch möglichst gleichwertiges Gewebe ersetzt. Bei der Brustrekonstruktion bietet körpereigenes Haut- und Fettgewebe die besten Voraussetzungen für eine präzise und natürliche Formgebung. Die rekonstruierte Brust bleibt weich, körperwarm und bewegt sich in unterschiedlichen Körperhaltungen natürlich mit. Dadurch kann sie sich langfristig ähnlich wie die ursprüngliche Brust anfühlen und verhalten. 

Bei der autologen Brustrekonstruktion wird Gewebe aus einer anderen Körperregion zur Wiederherstellung der Brust verwendet. Bei freien mikrochirurgischen Lappenplastiken werden überwiegend Haut- und Fettgewebe muskelerhaltend und funktionsschonend zusammen mit den versorgenden Blutgefäßen entnommen und in die Brustregion transplantiert. Unter dem Operationsmikroskop werden die Gefäße an die dortigen Blutgefäße angeschlossen und die Durchblutung unmittelbar wiederhergestellt. Das transplantierte Gewebe wird dadurch vollständig in den Körper integriert und bleibt als lebendiges, körpereigenes Gewebe erhalten. Eine Abstoßungsreaktion tritt nicht auf. 

Moderne mikrochirurgische Verfahren und technische Möglichkeiten wie die intraoperative Durchblutungskontrolle mittels ICG-Angiografie erhöhen die Sicherheit und Präzision der Operation. In einem spezialisierten und erfahrenen Zentrum handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren mit klar strukturierten Abläufen. 

Entscheidend für ein möglichst gutes Ergebnis ist die Auswahl der geeigneten Entnahmeregion. Idealerweise profitiert die Patientin nicht nur von der Wiederherstellung der Brust, sondern auch von einer harmonischen Verbesserung der Körperkontur an der Entnahmestelle. Deshalb werden die individuellen Gewebereserven, die Gefäßanatomie, bestehende Narben, das gewünschte Brustvolumen und die persönlichen Vorstellungen der Patientin sorgfältig miteinander abgeglichen. Voraussetzung hierfür ist, dass das gesamte Spektrum moderner Lappenplastiken angeboten wird. 

Als Entnahmeregion eignet sich insbesondere der Unterbauch. Das Gewebe kann hier vollständig muskelschonend als Perforatorlappen (DIEP), unter Mitnahme eines kleinen Muskelanteils als muskelsparende TRAM-Lappenplastik (ms-TRAM) oder in ausgewählten Fällen als klassische TRAM-Lappenplastik (TRAM) entnommen werden. Weitere Möglichkeiten bieten die Oberschenkelinnenseite mit der Gracilis-Lappenplastik (TMG) oder die Oberschenkelrückseite mit einem Perforatorlappen der tiefen Oberschenkelarterie (PAP). In ausgewählten Fällen kann das Gewebe auch aus der Gesäßregion als unterer oder oberer Glutealgefäß-Perforatorlappen (I-GAP beziehungsweise S-GAP) oder vom Rücken als thorakodorsaler Perforatorlappen (TAP) beziehungsweise als muskelschonende oder klassische Latissimus-dorsi-Lappenplastik (ms-LDM beziehungsweise LDM) gewonnen werden. 

Die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe bietet gerade bei einer planbaren beidseitigen Rekonstruktion hervorragende Voraussetzungen für ein dauerhaft natürliches und symmetrisches Ergebnis. Beide Brüste können mit gleichwertigem Gewebe wiederhergestellt und präzise an die Körperproportionen angepasst werden. Die Rekonstruktion kommt ohne dauerhaftes Fremdmaterial aus und ist auf ein langfristiges Ergebnis angelegt. Ein implantatbedingter Wechsel ist nicht erforderlich; das lebendige Gewebe bleibt dauerhaft integriert und verändert sich bei Gewichtsschwankungen bis zu einem gewissen Grad mit dem Körper. 

Besondere Vorteile bietet Eigengewebe zusätzlich, wenn eine Brust bereits voroperiert oder bestrahlt wurde. Durch die Einbringung von gesundem, gut durchblutetem Gewebe können hier nicht nur Volumen und Form wiederhergestellt, sondern auch unterschiedliche Gewebeverhältnisse zwischen beiden Brustseiten besser ausgeglichen werden. 

Die mikrochirurgische Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist ein ausgewiesener Schwerpunkt des ISAR Klinikums München. Unsere hohe Fallzahl und das strukturierte Behandlungskonzept ermöglichen eine differenzierte Auswahl der geeigneten Methode, eine hohe operative Sicherheit, kurze Operationszeiten und eine verlässliche Nachbehandlung. Davon profitieren auch Patientinnen mit beidseitigem Rekonstruktionsbedarf, komplexen Voroperationen oder schwierigen Gewebeverhältnissen. 

 

Brustrekonstruktion mit Implantaten 

Bewährte Verfahren für eine individuelle Wiederherstellung 

 

Die implantatbasierte Brustrekonstruktion ist ein bewährtes Verfahren zur Wiederherstellung der Brust nach einer Mastektomie. Bei einer geplanten risikoreduzierenden Operation liegen häufig belastbare, unbestrahlte Haut- und Weichteilverhältnisse vor. Dadurch bestehen oft gute Voraussetzungen für den unmittelbaren Wiederaufbau mit einem Implantat und eine sorgfältige Form- und Symmetrieplanung. 

 

Je nach Ausgangssituation kann direkt ein endgültiges Implantat eingesetzt oder zunächst ein Gewebeexpander verwendet werden. Ein Expander wird schrittweise befüllt, um Haut und Weichteile kontrolliert auf die spätere Implantatgröße vorzubereiten. In einer weiteren Operation wird er gegen das endgültige Implantat ausgetauscht. Die Position des Implantats und die Art der Weichteilstabilisierung werden individuell festgelegt. 

 

Ein Vorteil der implantatbasierten Rekonstruktion liegt in der meist kürzeren Operationsdauer und darin, dass keine zusätzliche Entnahmestelle an einer anderen Körperregion erforderlich ist. Bei einer beidseitigen Rekonstruktion lassen sich Volumen, Projektion und Symmetrie gemeinsam planen. Eine geeignete Implantatform, eine präzise Weichteilstabilisierung und bei Bedarf ergänzendes Eigenfett ermöglichen eine harmonische Brustkontur und natürlichere Übergänge. 

 

Die implantatbasierte Brustrekonstruktion kann über viele Jahre ein stabiles und ästhetisch überzeugendes Ergebnis ermöglichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Implantat – anders als körpereigenes Gewebe – dauerhaft als körperfremdes Material in der Brust verbleibt. Form und Tastgefühl werden wesentlich von der vorhandenen Weichteildeckung beeinflusst. Sollten sich im Langzeitverlauf Veränderungen wie eine Kapselfibrose oder eine Verlagerung des Implantats entwickeln, stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur gezielten Korrektur zur Verfügung. 

 

Brustimplantate müssen nicht grundsätzlich nach einer festgelegten Anzahl von Jahren ausgetauscht werden. Regelmäßige klinische Kontrollen sind jedoch sinnvoll. Bei Beschwerden oder Veränderungen reicht das weitere Vorgehen vom Eigenfetttransfer über einen Implantatwechsel bis zur Umstellung auf eine Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe. Die Entscheidung für ein Implantat legt den weiteren Behandlungsweg somit nicht endgültig fest. 

Mamillen-Areolen-Rekonstruktion und medizinische Tätowierung 

Erhalt oder natürliche Vollendung der Brustrekonstruktion 

Bei einer risikoreduzierenden Mastektomie kann der Mamillen-Areolen-Komplex in der Regel erhalten werden, sofern die medizinischen und anatomischen Voraussetzungen dies zulassen. Dies trägt wesentlich zu einem natürlichen Erscheinungsbild und Körpergefühl bei. Ziel ist es, Position, Form und Proportion der Brust möglichst vollständig zu bewahren. 

Ist ein Erhalt nicht möglich oder wurde der Mamillen-Areolen-Komplex bei einer vorausgegangenen Operation entfernt, kann er nach Abschluss der eigentlichen Brustrekonstruktion wiederhergestellt werden. Bei der chirurgischen Mamillenrekonstruktion wird aus dem vorhandenen Haut- und Weichteilgewebe mithilfe einer kleinen lokalen Lappenplastik eine neue Brustwarze geformt. Nach vollständiger Abheilung wird der Warzenhof durch eine medizinische Tätowierung ergänzt und hinsichtlich Größe, Form und Farbton an die Gegenseite beziehungsweise an das gewünschte Gesamtergebnis angepasst. 

Alternativ kann der gesamte Mamillen-Areolen-Komplex ohne zusätzlichen operativen Eingriff durch eine dreidimensionale Tätowierung dargestellt werden. Durch eine gezielte Farbgebung sowie Licht- und Schatteneffekte entsteht der optische Eindruck einer räumlich hervortretenden Brustwarze. Eine früher häufig durchgeführte Entnahme von Hauttransplantaten, beispielsweise an den Oberlidern oder im Bereich der Schamlippen (Labien), ist dadurch heute nicht mehr erforderlich und entspricht nicht mehr einem zeitgemäßen Behandlungskonzept. 

Welche Methode geeignet ist, hängt von der Beschaffenheit des rekonstruierten Gewebes und den persönlichen Vorstellungen der Patientin ab. Voraussetzung ist in der Regel, dass die Brustform stabil und die Wundheilung vollständig abgeschlossen ist. 

Für die medizinische Tätowierung arbeiten wir seit vielen Jahren eng mit Andy Engel zusammen. Die Pigmentierung erfolgt direkt in unseren Räumlichkeiten und wird individuell auf das jeweilige Rekonstruktionsergebnis abgestimmt. 

 

Eigenfetttransfer in der rekonstruktiven Brustchirurgie 

Gezielte Formkorrektur mit körpereigenem Gewebe 

Der Eigenfetttransfer, auch Lipofilling genannt, ist ein vielseitiges Verfahren zur Verfeinerung und Ergänzung einer Brustrekonstruktion. Dabei werden kleine Mengen Fettgewebe an geeigneten Körperregionen – häufig an Bauch, Flanken oder Oberschenkeln – schonend entnommen, aufbereitet und anschließend gezielt in die Brust eingebracht. 

Das Verfahren eignet sich besonders zur Korrektur von Konturunregelmäßigkeiten, Asymmetrien und kleineren Volumendefiziten nach Rekonstruktionen mit Eigengewebe oder Implantaten. Übergänge einer Lappenplastik können harmonisiert und die Brust in Form und Volumen verfeinert werden. Über einem Implantat verbessert Eigenfett die Weichteildeckung und kann sichtbare Ränder oder Wellenbildungen (Rippling) abmildern. 

Da ausschließlich körpereigenes Fettgewebe verwendet wird, entsteht in der Regel ein weiches und natürliches Tastgefühl. Bei bestrahltem oder ausgeprägt vernarbtem Gewebe können die Einheilungsbedingungen erschwert sein. In diesen Situationen kann ein schrittweises Vorgehen mit mehreren Behandlungen sinnvoll sein. Nur Fettzellen, die am Empfängerort ausreichend durchblutet werden, heilen dauerhaft ein. Ein Teil des übertragenen Fettgewebes heilt nicht ein und wird in den ersten Monaten vom Körper abgebaut. Die Einheilungsrate hängt sowohl von der Biologie des Fettgewebes als auch von den Bedingungen an der Empfängerstelle ab und kann vor der Operation nicht exakt vorhergesagt werden. Grundsätzlich kann von einer Einheilungsrate von etwa 40 bis 60 Prozent ausgegangen werden. 

In ausgewählten Fällen kann das Transplantat im Rahmen eines regenerativen Zell-Boost-Protokolls mit körpereigenen regenerativen Zellen angereichert werden. Ziel ist es, die biologischen Voraussetzungen und damit die Einheilungsrate des übertragenen Fettgewebes zu verbessern. Ob dieses Vorgehen im individuellen Fall sinnvoll ist, wird anhand der Ausgangssituation und des geplanten Behandlungsziels entschieden. 

Um das gewünschte Ergebnis schrittweise und gewebeschonend zu erreichen, können mehrere Behandlungen erforderlich sein. Bei größeren Defekten ersetzt Eigenfett in der Regel keine vollständige Brustrekonstruktion, ist jedoch ein besonders wertvolles Verfahren zur Feinmodellierung und Verbesserung des Gesamtergebnisses. 

 

 

Über die Möglichkeiten der risikoreduzierenden Mastektomie und des gleichzeitigen Wiederaufbaus der Brust beraten wir Sie gerne ausführlich in unserer spezialisierten Sprechstunde. 

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