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Im Darmkrebsmonat März fand im ISAR Klinikum das wissenschaftliche Symposium „Prävention Darmkrebs neu denken – Nationale Strategien, molekulare Diagnostik, personalisierte Therapie“ statt. Gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Darmkrebs e. V. begrüßte das ISAR Klinikum renommierte Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft und Gesundheitspolitik, um aktuelle Entwicklungen in der Darmkrebsprävention, Früherkennung und modernen Behandlung zu diskutieren.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Franz G. Bader, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie, sowie PD Dr. med. Holger Seidl, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, stand die Veranstaltung ganz im Zeichen einer zentralen Frage:
Wie können wir Darmkrebs in Zukunft noch früher erkennen, individueller behandeln und idealerweise verhindern?
Ein besonderer Höhepunkt war die Schirmherrschaft der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention Judith Gerlach, MdL, die mit ihrem Engagement für den Masterplan Prävention Bayern die gesundheitspolitische Bedeutung einer konsequenten Vorsorgestrategie unterstrich.
Obwohl Darmkrebs durch konsequente Vorsorge in vielen Fällen vermeidbar oder bereits im Frühstadium heilbar wäre, erkranken in Deutschland jedes Jahr mehr als 55.000 Menschen neu. Gleichzeitig entwickeln sich Diagnostik und Therapie rasant weiter.
Genetische Untersuchungen, moderne Bildgebung, molekulare Diagnostik und personalisierte Therapiekonzepte ermöglichen heute Behandlungsstrategien, die noch vor wenigen Jahren nicht denkbar waren. Umso wichtiger ist der interdisziplinäre Austausch zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen – genau hierfür bot das Symposium eine ideale Plattform.
Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Programms standen aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und klinischer Praxis.
Den Auftakt machte Dr. med. Berndt Birkner, Präsident des Netzwerks gegen Darmkrebs e. V., der die aktuellen Entwicklungen der Darmkrebsvorsorge erläuterte. Dabei wurde deutlich, dass Aufklärung, Vorsorgekoloskopien und strukturierte Präventionsprogramme weiterhin die wichtigste Grundlage bilden, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen oder sogar vollständig zu verhindern.
Anschließend zeigte Prof. Dr. med. Elke Holinski-Feder vom Medizinisch Genetischen Zentrum München auf, welche zentrale Rolle genetische Risikofaktoren bei der Entstehung von Darmkrebs spielen. Besonders bei familiären Belastungen können genetische Untersuchungen helfen, Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu identifizieren und individuell zu betreuen.
Einen spannenden Einblick in innovative Diagnostikverfahren gab Prof. Dr. med. Barbara Klink. Im Fokus stand die sogenannte Liquid Biopsy, bei der Tumorinformationen über eine Blutprobe gewonnen werden können. Dieses Verfahren besitzt großes Potenzial sowohl für die Früherkennung als auch für die Therapiekontrolle und könnte die Onkologie in den kommenden Jahren nachhaltig verändern.
PD Dr. med. Holger Seidl beleuchtete die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der heutigen gastroenterologischen Vorsorge. Er machte deutlich, dass moderne Vorsorgeprogramme stetig weiterentwickelt werden müssen, um möglichst viele Menschen frühzeitig zu erreichen und individuelle Risiken besser zu berücksichtigen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sogenannten Precision Oncology. Prof. Dr. med. Thomas Seufferlein, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm, erläuterte, wie molekulare Analysen und Biomarker zunehmend die Grundlage für individuell angepasste Therapien bilden. Ziel ist es, jeder Patientin und jedem Patienten genau die Behandlung anzubieten, die den größten Erfolg verspricht.
Den Abschluss der Fachvorträge bildete Prof. Dr. med. Franz G. Bader, der die Möglichkeiten der roboterassistierten minimalinvasiven Chirurgie vorstellte. Moderne Operationssysteme ermöglichen eine besonders präzise Tumorchirurgie, schonen gesundes Gewebe und unterstützen eine schnellere Erholung der Patientinnen und Patienten. Die robotergestützte Chirurgie entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil moderner Darmkrebszentren.
In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die Referentinnen und Referenten gemeinsam, wie Prävention, Diagnostik und Therapie künftig noch besser miteinander verzahnt werden können.
Im Mittelpunkt standen unter anderem:
Dabei wurde deutlich, dass die Zukunft der Darmkrebsversorgung nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und den konsequenten Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Praxis erfolgreich gestaltet werden kann.
Mit dem Symposium unterstrich das ISAR Klinikum seinen Anspruch, moderne Spitzenmedizin mit wissenschaftlichem Austausch und patientenorientierter Versorgung zu verbinden.
Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie arbeitet dabei eng mit der Klinik für Gastroenterologie zusammen. Gemeinsam bieten die interdisziplinären Teams ein umfassendes Behandlungsspektrum – von der Vorsorge über die Diagnostik bis hin zur hochmodernen minimalinvasiven und roboterassistierten Therapie.
Die wichtigste Botschaft des Symposiums war zugleich die einfachste: Darmkrebs ist in vielen Fällen vermeidbar.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen es, Vorstufen von Darmkrebs rechtzeitig zu erkennen und zu entfernen, bevor überhaupt Krebs entsteht. Wird Darmkrebs früh diagnostiziert, bestehen heute ausgezeichnete Heilungschancen.
Das ISAR Klinikum bedankt sich bei allen Referentinnen und Referenten, Gästen sowie Kooperationspartnern für den erfolgreichen wissenschaftlichen Austausch und freut sich darauf, auch künftig Impulse für eine moderne und patientenorientierte Darmkrebsversorgung zu setzen.