Kliniken & Fachabteilungen
Eine erhebliche Gewichtsabnahme ist eine große persönliche und gesundheitliche Leistung. Sie kann nach einer bariatrischen Operation, einer medikamentösen Behandlung oder durch eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils erreicht werden. Für viele Patientinnen und Patienten beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt.
Häufig kann sich die über Jahre gedehnte Haut jedoch trotz Sport, Muskelaufbau, ausgewogener Ernährung und stabilem Gewicht nicht mehr ausreichend an das verringerte Körpervolumen anpassen. Zurück bleiben teils ausgeprägte Haut- und Weichteilüberschüsse an Bauch, Brust, Rücken, Flanken, Oberarmen, Oberschenkeln oder Gesäß.
Unsere Schwerpunkte
Warum sich die Haut nicht von selbst zurückbildet
Eine Frage der Gewebestruktur, nicht der Disziplin
Die Haut besitzt elastische Fasern, die eine Dehnung bis zu einem gewissen Grad ausgleichen können. Wird sie jedoch über lange Zeit und in großem Ausmaß gedehnt, verlieren diese Strukturen dauerhaft ihre Rückstellfähigkeit. Nach der Gewichtsabnahme fehlt dann die Spannung, um sich an die neue Körperform anzupassen.
Das ist wichtig zu wissen, weil viele Betroffene zunächst annehmen, mit mehr Training oder mehr Geduld ließe sich der Hautüberschuss noch beeinflussen. Muskelaufbau kann die Kontur verbessern, ersetzt aber keine fehlende Hautspannung. Wer über Monate hinweg keine Veränderung mehr feststellt, sollte sich nicht weiter vertrösten lassen.
Mehr als eine Frage der Optik
Überschüssige Haut kann zu Reibung, wiederkehrenden Entzündungen, Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit führen. Tiefe Hautfalten erschweren die Körperpflege und verursachen hygienische Probleme. Sport, bestimmte Kleidung oder auch alltägliche Bewegungen können dadurch dauerhaft unangenehm sein.
Viele Betroffene empfinden es zudem als enttäuschend, dass der große Erfolg ihrer Gewichtsabnahme äußerlich noch nicht vollständig sichtbar ist. Die postbariatrische Wiederherstellungschirurgie kann hier den entscheidenden nächsten Schritt darstellen: Überschüssige Haut- und Weichteilanteile werden entfernt und der Hautmantel an die neue Körperform angepasst. Die ästhetische Körperformung ist dabei eng mit der funktionellen Rekonstruktion verbunden.
Verfahren nach Körperregion
| Bauch | Abdominoplastik, Fettschürzenresektion, bei zirkulärem Überschuss Lower Body Lift |
| Oberarme und Oberschenkel | Straffung bei ausgeprägtem Haut- und Weichteilüberschuss |
| Rücken, Flanken, Gesäß | Korrektur der Kontur und Anhebung der Gesäßregion |
| Brust | Straffung und Neuformung der weiblichen Brust, Wiederherstellung der männlichen Brustkontur |
Am Bauch können je nach Befund eine Abdominoplastik, eine Fettschürzenresektion oder – bei zirkulärem Gewebeüberschuss um den gesamten Rumpf – ein Lower Body Lift sinnvoll sein. Weitere Möglichkeiten sind Straffungen der Oberarme und Oberschenkel, Korrekturen an Rücken, Flanken und Gesäß sowie die Anhebung der Schamregion, die nach starker Gewichtsabnahme häufig mit absinkt.
Auch die Brust verändert sich nach ausgeprägtem Gewichtsverlust deutlich. Die weibliche Brust kann gestrafft und neu geformt werden; bei Männern lässt sich die Brustkontur wiederherstellen.
Mehrstufige Planung
Reihenfolge und Kombination der Eingriffe
Sind mehrere Körperregionen betroffen, entwickeln wir gemeinsam einen individuellen, mehrstufigen Behandlungsplan. Dabei legen wir fest, welche Region zuerst behandelt werden sollte, welche Eingriffe sicher miteinander kombiniert werden können und welche Reihenfolge funktionell und ästhetisch die besten Voraussetzungen bietet.
Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig: Eine Straffung am Rumpf verändert die Spannungsverhältnisse in den angrenzenden Regionen. Wird beispielsweise zuerst die Oberschenkelregion behandelt und anschließend ein Lower Body Lift durchgeführt, kann das erste Ergebnis wieder verändert werden. Aus diesem Grund planen wir die Schritte von Beginn an im Zusammenhang.
Unser Ziel ist nicht die größtmögliche Gewebeentfernung in einem einzelnen Eingriff, sondern ein ausgewogenes Gesamtergebnis mit harmonischen Übergängen zwischen den behandelten Körperregionen. Größere Eingriffe bergen zudem höhere Risiken – ein schrittweises Vorgehen ist häufig der sicherere Weg.
Voraussetzungen für die Operation
Gute Voraussetzungen für eine körperformende Operation sind ein über mindestens sechs Monate stabiles Gewicht, ein ausgeglichener Ernährungszustand und Nikotinkarenz. Ein stabiles Gewicht ist deshalb wichtig, weil weitere Veränderungen das Ergebnis nachträglich beeinflussen würden.
Insbesondere nach einer bariatrischen Operation achten wir auf mögliche Eiweiß-, Vitamin- oder Spurenelementmängel, da diese die Wundheilung beeinflussen können. Vor der Operation werden die individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen daher sorgfältig geprüft. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren für Adipositaschirurgie kennen wir die besonderen medizinischen Voraussetzungen nach bariatrischen Eingriffen ebenso wie die häufig komplexen Veränderungen an mehreren Körperregionen.
Narben und Schnittführung
Ein bewusster Tausch, der offen besprochen gehört
Straffungsoperationen gehen unvermeidbar mit längeren Narben einher. Das ist der wesentliche Preis dieser Eingriffe, und wir sprechen ihn im Beratungsgespräch offen an. Der Gewebeüberschuss lässt sich nicht entfernen, ohne dass eine entsprechend lange Naht entsteht.
Die Schnittführung wird bereits vor der Operation präzise geplant und möglichst so positioniert, dass die Narben später in Unterwäsche oder Badebekleidung verborgen werden können. Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Entfernung des störenden Gewebeüberschusses, einer harmonischen neuen Körperkontur und einem möglichst günstigen Narbenverlauf.
Narben verändern sich über einen Zeitraum von etwa einem Jahr und werden im Verlauf blasser und weicher. Eine sorgfältige Narbenpflege und konsequenter Sonnenschutz unterstützen diesen Prozess.
Ablauf und Nachbehandlung
Die Eingriffe erfolgen in der Regel stationär in Vollnarkose. Nach der Operation unterstützen eine frühzeitige Mobilisation, geeignete Kompressionskleidung und regelmäßige Nachkontrollen die Heilung und Anpassung des neu geformten Haut-Weichteil-Mantels.
Das endgültige Ergebnis entwickelt sich schrittweise über mehrere Monate. Schwellungen und ein Spannungsgefühl in den ersten Wochen sind normal. Wann Sie wieder arbeiten und Sport treiben können, hängt vom Umfang des Eingriffs ab und wird individuell festgelegt.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Bei medizinisch relevanten Beschwerden wie wiederkehrenden Hautentzündungen, Schmerzen, hygienischen Problemen oder funktionellen Einschränkungen kann eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse beantragt werden.
Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit den entsprechenden Antragsverfahren können wir die medizinischen Voraussetzungen gezielt prüfen und nachvollziehbar dokumentieren. Bei einem klaren funktionellen Befund gelingt es dadurch häufig, eine Kostenübernahme zu erreichen. Wir erstellen hierfür ein ausführliches ärztliches Attest mit medizinischer Fotodokumentation und den für die Krankenkasse relevanten Befunden.
Hilfreich für den Antrag ist, wenn Beschwerden bereits dokumentiert sind – etwa hausärztlich oder dermatologisch festgehaltene Hautentzündungen und deren Behandlung. Die abschließende Entscheidung liegt bei der jeweiligen Versicherung.
Der Abschluss eines langen Weges
Für viele Patientinnen und Patienten bildet die Wiederherstellungschirurgie den Abschluss eines langen und anspruchsvollen Behandlungsweges. Unser Ziel ist ein langfristig stabiles Behandlungsergebnis, das funktionelle Entlastung, medizinische Sicherheit und eine harmonische Körperform miteinander verbindet.
Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde ausführlich zu den individuellen Möglichkeiten der Körperstraffung nach massivem Gewichtsverlust.