Rekonstruktive Kopf- und Halschirurgie

Im Bereich der rekonstruktiven Kopf- und Halschirurgie bieten wir am ISAR Klinikum München das gesamte Spektrum moderner Wiederherstellungsverfahren an. Behandelt werden Gewebedefekte nach Tumoroperationen oder Verletzungen ebenso wie funktionelle Einschränkungen durch Narben, Fehlbildungen oder Schädigungen der Gesichtsnerven. 

Das Gesicht ist ein wesentlicher Teil unserer Identität und zugleich für wichtige Funktionen wie Sehen, Sprechen, Essen und den Ausdruck von Emotionen verantwortlich. Veränderungen in diesem sensiblen Bereich gehen deshalb weit über das äußere Erscheinungsbild hinaus. Ziel der rekonstruktiven Chirurgie ist es, Funktion und natürliche Proportionen möglichst umfassend wiederherzustellen und sichtbare Folgen einer Erkrankung oder Verletzung so unauffällig wie möglich zu gestalten. 

Unsere Schwerpunkte 

  • Rekonstruktion nach Tumoroperationen oder Verletzungen 
  • Wiederherstellung der Gesichtsmimik bei Fazialisparese 
  • Rekonstruktion von Gesichtsnerven 
  • Rekonstruktion der Ober- und Unterlider 
  • Rekonstruktion der Augenbraue 
  • Rekonstruktion der Ober- und Unterlippe 
  • Rekonstruktion der Ohrmuschel 

Rekonstruktion nach Tumoroperationen oder Verletzungen 

Individuelle Wiederherstellung von Form und Funktion 

Nach der Entfernung eines Tumors oder infolge einer Verletzung können im Bereich von Kopf und Hals komplexe Defekte entstehen. Diese betreffen neben der Haut häufig auch das darunterliegende Weichteilgewebe, die Muskulatur, Schleimhaut, Knorpel, Knochen oder Nerven. Dadurch können sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch wichtige Funktionen wie der Lidschluss, das Sprechen, Schlucken oder die Beweglichkeit des Gesichtes beeinträchtigt sein. 

Unser Ziel ist es, fehlendes Gewebe möglichst durch Gewebe mit vergleichbaren Eigenschaften zu ersetzen und dabei Funktion und natürliche Form gemeinsam wiederherzustellen. Kleinere Defekte lassen sich häufig durch eine direkte Naht, eine Hauttransplantation oder durch Gewebe aus der unmittelbaren Umgebung verschließen. Bei größeren oder komplexeren Defekten stehen regionale Gewebeverlagerungen sowie freie mikrochirurgische Gewebeübertragungen zur Verfügung. Damit lassen sich auch mehrschichtige Defekte gezielt rekonstruieren. 

Nach einer geplanten Tumoroperation beziehen wir die Möglichkeiten der Rekonstruktion möglichst frühzeitig in das Behandlungskonzept ein. In enger Abstimmung mit den beteiligten Fachdisziplinen können Tumorentfernung und Wiederherstellung so aufeinander abgestimmt werden. Wenn möglich, erfolgt die Rekonstruktion unmittelbar nach der Entfernung des Tumors. Auch zu einem späteren Zeitpunkt lassen sich Form und Funktion häufig noch wesentlich verbessern. 

Welche Methode geeignet ist, entscheiden wir anhand der Lage und Größe des Defektes, der betroffenen Strukturen, der Gewebequalität sowie möglicher Voroperationen oder Bestrahlungen. 

Rekonstruktion der Ober- und Unterlider 

Schutz des Auges und natürliche Lidform 

Die Augenlider übernehmen eine wichtige Schutzfunktion. Sie verteilen den Tränenfilm, schützen die Hornhaut und ermöglichen einen vollständigen Lidschluss. Defekte nach Tumoroperationen oder Verletzungen sowie Veränderungen durch Narben oder eine Fazialisparese können diese Funktionen beeinträchtigen. 

Bei der Rekonstruktion berücksichtigen wir nicht nur Haut und äußere Form, sondern auch die stabilisierenden Strukturen des Lides. Kleinere Defekte lassen sich häufig mit Gewebe aus der unmittelbaren Umgebung verschließen. Für größere Defekte können speziell geplante lokale Gewebeverschiebungen sowie Haut-, Schleimhaut- oder Knorpeltransplantationen erforderlich sein. 

Die Behandlung von Ober- und Unterlid wird jeweils an deren unterschiedliche Funktion angepasst. Im Vordergrund stehen der zuverlässige Schutz des Auges, ein möglichst vollständiger Lidschluss und eine natürliche Lidposition. Die Rekonstruktion kann in einer Operation erfolgen oder bei komplexeren Befunden mehrere aufeinander abgestimmte Schritte erfordern.

Rekonstruktion der Augenbraue 

Ausdruck und Symmetrie des Gesichtes bewahren 

Die Augenbraue prägt den Gesichtsausdruck und bildet einen wichtigen Rahmen für die Augenpartie. Bereits kleine Veränderungen ihrer Form oder Position beeinflussen die Symmetrie und den Ausdruck des gesamten Gesichtes. 

Nach Tumoroperationen, Verletzungen oder Verbrennungen kann es zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Augenbraue kommen. Auch Narben oder eine Lähmung des Gesichtsnervs können ihre Position verändern. 

Je nach Befund kann die Augenbraue durch haartragendes Gewebe aus der Umgebung, durch eine Haartransplantation oder durch eine Kombination verschiedener Verfahren rekonstruiert werden. Entscheidend sind dabei nicht nur Form und Position, sondern auch die natürliche Wuchsrichtung und Dichte der Haare – sie bestimmen wesentlich, ob das Ergebnis später unauffällig wirkt.

Wiederherstellung der natürlichen Form 

Die Ohrmuschel besitzt eine komplexe dreidimensionale Form aus Haut und Knorpel. Defekte entstehen nach der Entfernung von Hauttumoren, durch Verletzungen, Verbrennungen oder angeborene Veränderungen. 

Kleinere Defekte lassen sich häufig mit lokalen Gewebeverschiebungen oder einer Hauttransplantation rekonstruieren. Bei größeren Defekten kann der Aufbau eines stabilen Knorpelgerüstes notwendig sein, das mit gut durchblutetem Gewebe und einer passenden Hautbedeckung kombiniert wird. Abhängig vom Befund erfolgt die Rekonstruktion in einer oder mehreren Operationen. 

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